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Ihr Aufstieg begann zu Zeiten der k.u.k. Monarchie, die österreich-ungarische Riviera war Treffpunkt der europäischen Prominenz. Heuter ist der Küstenabschnitt zwischen Pula und Crkvenica immer noch ein Sehnsuchtsort, wo das Flair der Vergangenheit eine reizvolle Symbiose mit dem Spirit der Gegenwart eingeht. 

Text und Fotos: Doris Springenfels

Wir schlendern den „Lungomare“ entlang, jene 12 Kilometer lange Uferpromenade, die gleich fünf romantische Küstenorte der kroatischen Adria miteinander verbindet: Volosko, Opatija, Icici, Ika und Lovran. Wer dort spaziert, hat auf einer Seite immer das kristallklare, tiefblaue Meer und auf der anderen Hotels, Villen und Parks voller Geschichte und Geschichten. Dazwischen knorrige alte Bäume und duftende Lorbeerbüsche und immer wieder kleine versteckte Buchten, die zum Baden einladen. Das kleine Volosko, der nördlichste Ort an der Promenade, hat sich auch heute den Charme eines Fischerortes bewahrt. Am Hafenbecken reiht sich ein ausgezeichnetes Fischlokal an dasandere. Im benachbarten Opatija, ist man auf dem heute „Promenade Franz- Josef I“ genannten historischen Strandweg nie alleine. Wie schon vor über 100 Jahren, spielt sich hier das gesellschaftliche Leben ab. Damals, im K&K Nobelkurort Abbazia, waren die Damen und Herren freilich eleganter gekleidet als heute.Mit Stock und Sonnenschirm flanierte man den Lungomare entlang, vorbei an prachtvollen Villen und ebenso prachtvollen Hotels. Man genoss die heilende Meeresluft, das mondäne Flair, und das österreichische Essen. Das Who is Who Europas traf sich in Abbazia, das den französischen Seebädern wie Cannes oder Nizza nacheiferte. Die kaiserliche Familie selbst liebte Abbazia, man ließ eigens eine Bahnlinie bauen, damit man schneller in den Süden kam. Kronprinzessin Stephanie und Erzherzog Rudolf waren Stammgäste und mit ihnen der heimische und internationale Adel. Zwischen dieser ersten Zeit der Hochblüte und heute liegen zwei Weltkriege und der Kommunismus, welche die Region zwar mitgeprägt haben, ihr aber als Tourismusmagnet nichts anhaben konnten. Nach den Jugoslawienkriegen brach Mitte der 1990er-Jahre wie über Nacht wieder kaiserliches Lebensgefühl aus. Fassaden, Stuckdecken, Balustraden und schwere Antiquitäten der ungenutzten, verwahrlosten Hotels wurden stilgerecht aufgemöbelt. Fast könnte man glauben, dass Opatija die Zeit zurückdrehen möchte, wären da nicht die vielen kleinen Bars mit Loungemöbeln auf den Terrassen, die Badeplateaus, wo Daybeds mit von der Brise aufgebauschten weißen Vorhängen zum Verweilen locken, die zwischen den Grandhotels entstandene Boutiquehotels oder gläsernen Restaurants wie z.B. das Molo, die dem Ort ein neues Gesicht geben.

All das sorgt dafür, dass Opatija nach wie vor ein Sehnsuchtsort ist, wo man zwar mit dem Charme der Vergangenheit liebäugelt, aber wo längst der Geist des Heute das Leben bestimmt. Am Lungomare geht es vorbei an der Villa Neptun, die zum Hotel Miramar gehört, an dem mit stylischen Daybeds ausgerüsteten historischen Holzstrandbad, am Park der Villa Angelina wo mehr als 150 Pflanzenarten aus aller Welt wachsen: Mammutbäume, Zitronenbäume, Bougainvilleas, japanische Bananen, schwarzer Bambus, Kamelien, Himalaya-Zypressen, Gingkobäume. Wenn man den Lungomare kurz verlässt, dann kommt man zu der Mauer der Celebreties, wo Streetartkünstler unterschiedlichste berühmte Persönlichkeiten, die einst gerne in Opatija weilten verewigt haben – Von Gustav Mahler bis Albert Einstein, von Zucchero bis Kirk Douglas. Bei Melange und Sachertorte auf der Terrasse des Cafe Wagners, genießen wir die Aussicht auf die Bucht von Opatija bis wir weiter Richtung Süden spazieren. Vorbei an wunderschön restaurieren Grandhotels wie dem Kvarner, dem Milenij, dem Imperial, dem Mozart und dem Palace. Wir schauen in die St. Jakobs Kirche,  die eine Replik der „Pieta“ Michelangelos des kroatischen Bildhauers Ivan Meštrovic birgt, bewundern die “Madonna Del Mare‘‘ und erreichen das eigentliche Wahrzeichen Opatijas, das „Mädchen mit der Möwe”. Hier drängen sich Trauben von Japanern, die die zierliche Schöne mit der Taube als Hintergrund für ihre Selfies nützen. Lässt man Opatija hinter sich, wird es ruhiger auf dem Lungomare. Außerhalb der großen Orte dominiert die Natur. Das Meer glitzert immer wieder zwischen den hohen Bäumen, die für ausreichend Schatten sorgen, wer sein Badezeug dabei hat, kann den Spaziergang durch einen Sprung ins kühle Nass, unterbrechen. Denn frisch ist das Meer der Kvarner Bucht. Zwischen 20 und 24 Grad, da gehört schon etwas Überwindung dazu sich ins Wasser zu begeben. Einmal gewagt, ist es jedoch herrlich, man spürt jede Faser seines Körpers und ist rundum erfrischt, wenn man weiter prominiert. Die Strecke zwischen Volosko und Lovran lässt sich bequem an einem Tag bewältigen. Zurück geht es dann entweder mit dem 32er Bus, oder viel lässiger auf dem Wasserweg mit dem Taxiboot mit dem wir uns zur stylishen Outdoor-Lounge der Champagner- und Cafébar Bevanda in Opatija bringen lassen. Die angenehme Sitte des italienischen Aperitivo wird auch in Istrien gepflegt, und so genießen wir die blaue Stunde über der Bucht bei Minisnacks und einem Glas eisgekühltem lokalen Zlahtina, dem süffigen Weißwein der nahen Insel Krk.

Gourmet-Küche am Kvarner Golf 

In den letzten Jahren ist der Kvarner Golf auch immer mehr zu einer Adresse für Feinschmecker geworden. Kleine und schicke Boutique-Hotels mit exquisiter Küche boomen an der Riviera von Opatija. Wie z.B. das Navis das der Hausherr und Weinliebhaber Kruno Kapetanovic etwas außerhalb des malerischen Fischerdorfs Volosko auf einem Felsen direkt am Meeresufer errichtet hat. Auf der Terrasse mit fantastischem Blick über die Preluk-Bucht schmecken Köstlichkeiten wie adriatisches Thunfisch-Carpaccio oder der Fisch- und Kartoffeleintopf Gregada ganz besonders. Ein guter Tipp ist auch ein Ausflug ins Bergdörfchen Kastav, wo Slow Food-Gastronom Nenad Kukurin seine Gäste auf der Sommerterrasse verwöhnt und das mit sensationellen Aussichten über die Kvarner Bucht. Hervorragende Adressen findet man auch in Lovran. Prächtige Villen und Parkanlagen kennzeichnen den Ort, an dem der Lungomare endet. Ein hübscher Altstadtkern mit malerischen Gässchen, einem quirrligen Hauptplatz und drei Kirchen zeugen von einer bewegten Geschichte. Kunstliebhaber und Sammler werden in der Galerie von Boris Kacic fündig. Direkt am Lungomare stößt man auf die zu neuem Leben erweckte Villa Ariston. Sein Restaurant gehört zu den besten der Umgebung. Gourmet Küche vom Feinsten bietet auch das Restaurant der Villa Astra, die ein Tipp für Feinschmecker ebenso ist wie für all jene, die dem Trubel der großen Häuser entfliehen möchten. Mehrfach vom Gault Millau ausgezeichnet wurde die Küche des Miramar in Opatija. Seit März 2018 schwingt dort Küchenchef Ilija Grgić den Kochlöffel und zaubert mit seinem Team kulinarische Hochgenüsse. Oft spannend, hin und wieder verspielt, manchmal romantisch, doch immer mit Sweet Happy End. Herrlich sein Sepiarisotto mit Zitronenschaum und gratinierter Jacobsmuschel oder das Rosa Kalbsfilet auf Pilzragout.

Der Sonne entgegen 

1984/85 weckten vier Herren mittleren Alters den Wunsch, nach Süden zu reisen und die Inseln der Kvarner Bucht zu erkunden. Besonders nach Cres, wo die Serie rund um Erwin Steinhauer spielte, zog es damals viele die sich nach südlichem Lebensgefühl, Sonne, Meer und Freiheit sehnten. Die Sonne, das Meer und die Freiheit – all das existiert auch heute noch auf der kleinen Insel über die gerne die Tramontana pfeift. In nur zwanzig Minuten gelangen wir mit der Autofähre von Brestova nach Porozina. Der Nordwesten ist steil, das Meer wild, der Süden sanft, hier duftet die Macchia und hier liegt auch das venezianisch anmutende Städchen Cres von dem unser Ziel Valun nicht mehr weit entfernt ist. Der malerische Fischerort Valun war der Dreh- und Angelpunkt der Serie. Die Zeit scheint hier stehengeblieben zu sein, ein malerischer Hafen, eine Handvoll bunt getünchter Häuser und vier Konobas, wie die Beisln in Kroatien heißen, die Kirche Hl. Markus, alte Steinhäuser viel mehr gibt es nicht zu sehen. Doch vom „Na Moru“ weht ein köstlicher Duft zu uns herüber, das Thunfischrisotto das wir daraufhin genießen ist köstlich, der Blick auf die Bucht mit all den Segelbooten entspannend. Weiter gehts ins Bergdorf Lubenice, aus dem in der Serie der „Alte Luka“ stammte. Hoch über Valun windet sich die Straße den Berg hinauf bis man den verschlafenen Ort erreicht. Seit 4000 Jahren thront, das für seine romantischen Sonnenuntergänge bekannte Dorf auf einem Felsvorsprung 378 m über dem Meer. Die engen, gepflasterten Gassen, die alten, aus Stein gemauerten Häuser, sowie die mediterranen Gewürze wie Salbei und Rosmarin die duftend in den historischen Mauern wachsen, geben uns das Gefühl, in einer ganz anderen Zeit zu sein. Tief unter uns, die Badebucht von Sveti Ivan, deren Kieselstrand zu strahlen scheint. Das Meer changiert von zarttürkis zu tiefblau. Für uns ist es wieder Zeit geworden die Fähre zurück zu nehmen und die Küste entlang bis Rijeka zu fahren. 

Zwischenstop in Rijeka und Umgebung 

Immer mehr als Geheimtipp entpuppt sich die einst bedeutende Hafenstadt und Werft der K&K Monarchie. 2020 wird Rijeka die Kulturhauptstadt Europas sein und sie rüstet sich bereits jetzt dafür. Im Altstadtviertel rund um die Fußgängermeile Korzo lässt es sich gut flanieren, zahlreiche originelle Lokale und gemütliche Kaffeehäuser haben sich hier etabliert. Am Hafen der Markt mit dem typisch lebendigen Treiben, Farben und Düften von Blumen bis zum Fischmarkt in den historischen Hallen. Am Hafenbecken findet man auch eines der angesagtesten Lokale, das Boonker, wo man Holzofen-Pizza, Pasta, Fingerfood, Salat aber auch ein fabelhaftes Frühstück bekommt. Für uns ist Rijeka allerdings nur ein kurzer Stopp am Weg nach Süden. Gleich hinter der Hafenstadt und fernab vom Trubel der Küste befindet sich auf einer Hochebene ein wahres Naturparadies. In Groski Kotar, von dessen auf 800 Höhenmetern liegendem Hochplateau sich weitere Gipfel auf bis zu 1.500 Meter erheben, leben in unberührter Wildnis Grauadler, Mufflons, Bären und mehr als 140 Schmetterlingsarten. Hier in der Umgebung der Stadt Skrad wandern wir zur „Zeleni vir“, eine Quelle, die aus einer Höhle hervorquillt und die von 70 Meter hohen, senkrechten Felsen umgeben ist. Das Setting ist beeindruckend, im smaragdgrünen See zu baden ein ganz besonderes Vergnügen nachdem es wieder zurück an die Küste geht.

Die Riviera Crikvenica-Vinodol 

Blau und Grün, Meer und Wälder, Seen und Täler, Strand und Berggipfel – das alles macht die Gegend hier so attraktiv. Zu
Beginn stand wie in Opatija der Kurtourismus. Erzherzog Josef Karl Ludwig errichtete 1895 in Crikvenica sein Grandhotel, als Glanzpunkt der ungarischen und Kontrapunkt zur österreichischen Riviera. Er wollte Crikvenica zu einem Luftkurort machenund auch heute noch wird Medical Wellness hier großgeschrieben. Das Angebot ist so hochwertig, dass sich auch namhafte Spitzensportler hier fit machen lassen (zB. Fußballer des FC Barcelona, US Slalom-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin, etc.). Ganz unkompliziert kombiniert man hier seinen Urlaub am Meer mit ambulanten Treatments und Behandlungen (Themen wie Rheuma, Asthma, Sportverletzungen, Rücken- und Wirbelsäule etc.), ein ganz anderes Gefühl und eine wunderbare Alternative zur Reha oder Kur. Crikvenica ist aber auch bekannt für seinen langen Sandstrand Crni Molo, eine Seltenheit an der kroatischen Küste, das komplette Gegenteil zu den felsigen Buchten am Lungomare. Die Kiefern reichen an manchen Abschnitten bis fast hinunter ans Meer, Grün und Blau – die Luft ist erfüllt von ihrem würzigen Geruch vermischt mit Sonnencreme und dem köstlichen Duft frisch gebratener Jastogs, Skampi oder Kozika (Langusten, Scampi oder Garnelen). Ein Duft, den wir ab jetzt immer mit Crikvenica verbinden werden.