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Geschüttelt und nicht gerührt, so serviert Severin uns den Martini an der Top-of-the-Yacht-Bar. Die Nacht ist lau, um uns nichts als tiefschwarzes Meer, in dem sich Mond und Sterne spiegeln. Wir befinden uns 9.700 km Luftlinie entfernt von zu Hause, westlich der Küste Malaysias. Wir haben den europäischen Winter hinter uns gelassen, um mit der SeaDream II von Singapur nach Myanmar zu cruisen. Sieben Tage Südostasien vom Feinsten. Sieben Tage unterwegs in der Andaman Sea, von einer Insel zur anderen – einem Land zum anderen. Das Törngebiet der SeaDream II wurde uns bereits nach Hause übermittelt. Stilgerecht in einer dunkelblauen Ledermappe waren alle Stationen und Ausflüge vermerkt, sodass wir uns vorweg auf die Reise einstimmen konnten. Die Route, die vor uns liegt, umfasst vier Staaten – Singapur, Malaysien, Thailand, Myanmar und zahlreiche kleine Eilande, deren Namen bereits zum Träumen anregen: Langkawi, Phi Phi, Similian Islands und viele Inseln, die wir erst googeln mussten, um uns ein besseres Bild von ihnen machen zu können. An der Top-of-the-Yacht-Bar enden fast alle Abende auf der SeaDream, angenehm entspannt, nach einem Tag auf See und einem exzellenten Dinner. So eine Yacht ist ein Mikrokosmos, wo schnell jeder jeden kennt, viele Mitreisende sind treue „SeaDreamers“, die schon öfter an Bord waren. Kein Wunder, so eine Kreuzfahrt bietet die Möglichkeit, viele Orte in relativ kurzer Zeit besuchen zu können und sich dabei auch noch rundum verwöhnen zu lassen.  

Selamat Datang – Willkommen auf Langkawi

Acht Stunden später stehen wir in Flip-Flops an Deck und spüren die sanften Bewegungen des Schiffes unter unseren Füßen. Der Blick geht hinauf zum Top-of-the-Yacht-Deck, wo es trotz früher Stunde schon geschäftig zugeht. „Early Birds“ nehmen den ersten Kaffee, Sportliche machen sich bereits auf den Weg zum morgendlichen Stretch und Tai-Chi – und wir? Wir genießen einfach die samtige Wärme, die leichte Brise, die Kühlung bringt und kleine weiße Schaumkronen ins azurblaue Meer zaubert. Langkawi kommt gegen neun in Sicht. Die malaysische Insel ist Geopark und Naturparadies zugleich und seit einem genialen Coup des damaligen Premierministers Doktor Mahathir Duty-Free-Zone. Das brachte Langkawi den ersehnten Aufschwung und die Touristen. Das brachte viele Veränderungen, die jedoch nichts an der eigentlichen Schönheit des Landes geändert haben. Auf Langkawi findet jeder seinen Platz, es gibt belebte und weniger belebte Strände, Dschungel, Mangrovenwälder, Berge, Wasserfälle, wilde Affen und vor allem viele freundliche Inselbewohner. Unserem Guide Kemal merkt man an, wie stolz er darauf ist, uns seine Insel zu präsentieren. Die Fahrt zu einer der Hauptattraktionen, der „Cable Car“ im äußersten Westen, führt durch flache Landstriche, locker besiedelt mit bunten, eingeschossigen Häuschen, Kinder spielen, Hühner laufen gackernd über die Straße, auf den Feldern dazwischen stehen Kühe am Wegesrand. Auf den Motorrollern sitzen oft mehr als zwei Personen und unter vielen Helmen flattern bunte Kopftücher hervor. Der Weg ist hier bereits das Ziel und fängt einiges von der Stimmung ein, die auf der Insel herrscht. Die 700 Höhenmeter, die die Seilbahn nach oben bewältigt, sind für uns Alpenländler nicht ganz so spektakulär, der Blick auf den in vielen Grünschattierungen leuch-tenden Regenwald und das dahinter glitzernde Meer hingegen 
wiederum großartig. Kaum zu glauben, dass sich in dieser idyllischen Landschaft der Legende nach ein wahres Drama abgespielt hat: Im Inselinneren passieren wir das Grabmal der malaysischen Prinzessin Mahkam Masuri. Sie wurde Opfer einer eifersüchtigen Nebenbuhlerin, die für ihre Ermordung sorgte. Im Sterben soll sie die Insel für sieben Generationen verflucht haben, schildert Kemal. Diese verdammte Zeit ist jetzt zum Glück vorbei und Langkawi geht seinen Weg zwischen Tradition und Moderne. Das merkt man auch im Kilim Geopark, wo wir mit ehemaligen Fischerbooten durch das Labyrinth der Mangrovenwälder zur „Batman-Cave“ und weiter zum Eagle Point brausen. Ein (Boots-)Verkehr wie auf der Tangente, dass die Kähne im Naturschutzgebiet mit Diesel betrieben werden, stört hier offenbar niemanden. Eindrucksvoll wird es, als wir den Punkt erreichen, wo die „wilden“ Langkawis (Weißkopfseeadler), die der Insel ihren Namen gegeben haben, kreisen. Auch wenn sie gefüttert werden, um uns ein Schauspiel zu bieten, ist es imposant zu sehen, wie sie über das Wasser schweben und hinabstoßen, um dann mit ihrer Beute aufzusteigen, oder wie zwei Tiere um einen Fisch kämpfen. Die würdevollen Vögel mit ihrer enormen Spannweite kommen nah ans Boot heran, fast könnte man sie berühren. Ein kontrolliertes Spektakel, dennoch wirken die Lankawis majestätisch – verständlich, dass sie zum Wappentier der Insel geworden sind. 

Leonardo oder James?

Ich träumte von Leonardo di Caprio und einem wunderschönen einsamen, feinsandigen Strand: The Beach. Ein Traum und doch keiner. Heute steht Maya Bay auf Phi Phi Island am Programm. Durchs Fenster blitzen Sonnenstrahlen in unsere geräumige Suite, bewegen uns zum frühen Aufstehen. Gut so, denn laut Richard, dem Cruise Manager, muss man dieses Paradies später mit zu vielen anderen teilen, die offenbar auch alle „The Beach“ sehen wollen. Die Bucht selbst ist wie eine Kulisse – türkises Meer, weißer Sand, eingerahmt von malerischen Felsen. Leider ist acht Uhr morgens schon zu spät. Traditionelle Langboote ankern, eines neben dem anderen, Seite an Seite mit den Speedbooten der Yachten und Kreuzfahrtschiffen, die unzählige Menschen auf diesen kleinen Flecken Strand bringen. Von Idylle keine Spur, im Wasser ist jeder Quadratmeter mit einer Person besetzt. Da ist es schon besser, dass Richard andere, weitaus weniger überlaufene Buchten auf Phi Phi kennt, wo Schwimmen und Schnorcheln noch ein Vergnügen sind. Unser Speedboot zischt durch azurblaues Meer, vorbei an bizarren Limestone-Felsen, deren Wände von terracotta bis ockerfarben schimmern, vorbei an Höhlenformationen, ähnlich denen von Phang Nga, wo James Bond mit seinem goldenen Colt unterwegs war. Den nördlich von Phuket gelegenen Nationalpark Ao Phang Nga steuern wir nachmittags an. Die der Bucht vorgelagerten Kalksteininseln, die in den letzten 100 Millionen Jahren durch Wind, Wetter, Meeresströmungen und Erdverschiebungen so bizarr geformt wurden, sind dank Roger Moore weltbekannt. Hier befindet sich der als „James Bond Felsen“ bekannt gewordene, steil aufragende Felsblock, wo Moore alias Bond als Geheimagent Ihrer Majestät unterwegs war. Unsere Mission führt uns zurück auf die SeaDream, und statt die Welt zu retten, gönnen wir uns einen Martini an der Top-of-the-Yacht-Bar. Geschüttelt und nicht gerührt, selbstverständlich.  

Ein wahrer Ort der Ruhe! 

Ein Tag am offenen Meer. Kein Stop. Kein Ausflug. Nur unendliche blaue Weite um uns herum. Da liegt es nahe, dass man die Annehmlichkeiten an Bord genießt. Mit Yoga den Tag beginnen, die Langsamkeit spüren und dem Carpe diem huldigen. Sich verwöhnen lassen im Spa. Die balinesische Massage ist ein Gedicht. Mit sanften, langen Strichen arbeitet sich Suri von den Zehenspitzen bis zum Scheitel vor. In der Luft hängt der Duft von aromatischem Öl, nichts ist laut – die Zeit steht für eine Stunde still. Kaum zu glauben, dass man noch entspannter als entspannt sein kann. Eingehüllt in flauschige Bademäntel lassen wir die Massage nachwirken, auf den balinesischen Doppelliegen vergeht die Zeit in seligem Nichtstun. Barmann Severin versorgt uns mit frisch gepressten Fruchtsäften, Kellner Goran aus Kroatien kommt mit Fingerfood vorbei, immer darauf bedacht, dass es uns gut geht. Bereits nach wenigen Tagen kennen die Mitglieder der Crew, die aus vielerlei Ländern stammen, unsere Vorlieben. Oberkellner Nikola aus Kroatien hat immer einen besonders netten Tisch für uns parat, und Ferenz, der ungarische Sommelier, weiß genau, dass uns mittags der Rosé Le Poussin Rose besser mundet als der Puy de Dome. Alle sind locker, sehr freundlich, immer für uns da, ohne dabei aufdringlich zu werden.

Inselseligkeit

Ein neuer Tag, eine neue Insel. Oder besser viele neue Inseln. Wir befinden uns bereits im Hoheitsgebiet Myanmar im Mergui Archipel. Der Archipel besteht aus über 800 Inseln und Inselchen, von denen nur drei bewohnt sind. Eines der unberührtesten Gebiete unseres Planeten, so unser Club & Activities-Director Richard Jones. Im ganzen Archipel gibt es bis dato nur ein einziges Ressort. Dafür versprechen unzählige bizarre Tauchplätze pures Unterwasserabenteuer für Fortgeschrittene. Laut UNO gilt diese Region als artenreichstes Gewässer der Erde und Wiege aller bekannten Korallenspezies. Ein wahres Taucherparadies, wo man auf Mantas und Walhaie sowie auf die legendären Haie an den Burma Banks treffen kann. Wer sich lieber oberhalb des Wasserspiegels auf Erkundungstour begibt, der lässt sich mit dem Zodiac zu einem der kilometerlangen, feinsandigen Strände bringen und frönt dort süßem Nichtstun. Zumindest so lange, bis das Beach-BBQ-Dinner beginnt. Bei Einbruch der Dämmerung werden Fackeln aufgestellt und Pedro sorgt mit seiner Gitarre für gute Stimmung. Wie von Zauberhand hat sich ein Teil des Strandes mit Tischen und Sesseln gefüllt. Als SeaDream-Wiederholungstäter wissen wir, was jetzt folgt: das Yachthorn ertönt und der Kapitän mit seinen Offizieren braust im Zodiac heran. Am Strand ist ein Surfboard aufgebockt, darauf Blinis und Malossol Kaviar. Wenn schon, denn schon. Nikola und Goran servieren bestens gelaunt die edlen Horsd’œvres, dazu wird mit Champagner herumgespritzt – und das alles mit den nackten Füßen im Sand. Dekadenz kann schon sehr schön sein. Aller Alltag wird vom lauen Nachtlüfterl (und ein bisschen auch vom Champagner-Dusel) weggeblasen. Zurück an Bord gehts weiter mit der Feier. Die Stimmung ist famos, das iPad lässt Musikwünsche wahr werden und so tanzen wir zu Y.M.C.A. oder Satisfaction. Ein paar besonders Aufgekratzte können es nicht unterlassen, in den Pool zu springen, eh klar. Uns zieht’s irgendwann nach vorne zum Bug. Nach all dem Feiern, dem Trubel herrscht hier wohltuende Stille. Wir haben das balinesische Bett für diese besondere Nacht reserviert. Brave Heinzelmännchen haben bereits unsere Daunendecken nach oben geschafft. Heute werden wir unter freiem Himmel träumen. Über uns tausende Sterne. Die Venus leuchtet hell, der Große Wagen ist deutlich zu erkennen, der Mond taucht das Meer in kühles Dämmerlicht und lässt die Wellen glitzern. Alles ist jetzt ruhig bis auf ein paar Nachtvögel, deren Schreie ab und zu von der Insel herüberdringen. Schöner kann man die Zeit hier an Bord nicht beenden. Morgen werden wir die Koffer packen und die SeaDream II verlassen. Die letzten Tage ziehen nochmal vor unserem geistigen Auge vorbei, ein buntes Kaleidoskop an Erlebnissen, von denen wir noch lange zehren werden. Während wir Myanmar entgegenschippern, falle ich in einen wohligen Schlaf.

SPOTLIGHT SEADREAM

Eine Seereise mit SeaDream Yacht Club ist keine Kreuzfahrt im eigentlichen Sinne. Wenn man ein paar Tage auf der SeaDream gelebt hat, dann weiß man: Der Werbeslogan – It’s yachting, not cruising – ist mehr als wahr. Klein, aber fein – nirgends trifft dieses Motto besser zu als auf den Zwillings-Yachten SeaDream I und SeaDream II. Die luxuriösen und mehrfach mit zahlreichen internationalen Preisen für Komfort und Qualität ausgezeichneten Schiffe lassen keine Wünsche offen. Jede der beiden Yachten bietet bei maximal 108 Gästen und 89 Besatzungsmitgliedern jede Menge Platz. Trotz des stilvollen Ambientes ist die Atmosphäre an Bord leger und ungezwungen. Alle Kabinen sind geräumige, bestens ausgestattete Außensuiten (mit Pflegeprodukten von Bulgari im Bad!). Wassersport wird groß geschrieben. Die Marina am Heck bietet Wasserski, Kajak, Segeln, Schnorcheln, Jetski und eine Schwimmplattform. Auch kulinarisch lassen die beiden Restaurants keine Wünsche offen. Die Küche geht von Wellness-Fusion-Cuisine über amerikanische Klassiker bis hin zu europäischer Spezialitätenküche. Mal steht als Dessert Apfelstrudel am Programm, mal hausgemachtes Eis mit Waldbeeren, es gibt Foie gras als Horsd’œvre, Lammbraten, Branzino, Wiener Schnitzel – was das Herz begehrt, wird herbeigezaubert. Und sollte die Lieblingsspeise nicht auf dem Menüplan des Tages stehen, dann werden auch Sonderwünsche erfüllt. Der Weinkeller spielt alle Stücke und beherbergt über 3.000 erlesene Weine aus aller Welt. Eine logistische Herausforderung, zumal die meisten verwendeten Zutaten nicht so einfach in Asien zu bekommen sind und eingeflogen werden. Wenn das Wetter es zulässt, wird im Topside-Restaurant „Dining under the Stars“ zelebriert. Nachtschwärmer finden in den beiden Bars bis in die frühen Morgenstunden Gleichgesinnte. Ein weiteres Highlight ist der Asia Spa, wo täglich Yogastunden abgehalten werden, der ohnehin bereits entspannte Körper mit Massagen verwöhnt wird oder Eifrige im Fitness-Club trainieren können. Auch eine große Bibliothek sowie Computer und Internet-Zugänge fehlen nicht. 

Weitere Infos über die Routen:
www.seadreamyachtclub.com