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Wäre das sprichwörtliche Savoir Vivre ein Stück Musik, dann könnte dieser Tage
nur eine Frau es singen: Zaz. Die zierliche Französin ist der Star des modernen Chansons
und trägt die musikalische Kultur ihrer Heimat erfolgreich in die ganze Welt.

Text: Anna Muhr

Fotos: Warnermusic

ZAZ – Oui, je veux

„Ich denke, dass ich den freien, revolutionären Geist mit Paris gemeinsam habe. Ich bin ehrgeizig und auch sehr romantisch – so wie meine Stadt.“

 



ZAZ – Oui, je veux

Paris“ la plus belle ville de monde – die schönste Stadt der Welt – besingt Zaz auf ihrem aktuellen Album. Mit ihrer mittlerweile dritten LP setzt sie ihrer Wahlheimatstadt ein musikalisches Denkmal. 

Dreizehn klassische Chansons über die französische Metropole hat sie dafür neu interpretiert. Mit gewohnter Leichtigkeit und mächtigem Stimmvolumen bewegt die 35-Jährige sich dabei elegant zwischen den Stilen: Mal geht’s jazzig zu, mal regiert der Swing, mal setzt der verspielte Gipsy-Beat ein. Und schließlich gibt sich noch der große Charles Aznavour die Ehre zum Duett. Wer also Fernweh nach der „Stadt der Liebe“ hat: Album rein, Kopfhörer auf und in Gedanken über die Champs Élysées flanieren!


Selbst auf dem höchsten Berg Europas, dem Mont Blanc, hat Zaz schon gestanden und gesungen. In Begleitung ihrer Band und eines Filmteams begab sie sich im Jahr 2012 auf die alpine Expedition. Der Film wurde später bei der European Outdoor Film Tour zum Erfolg. Für Zaz war es eines ihrer vielen musikalischen Abenteuer: „Es gab fast gar keine Luft. Ich habe nach jedem Vers nach Luft gerungen“, erzählte sie später in Interviews. Und auch, dass sie sich auf die Aktion lange vorbereiten musste – mit täglichem körperlichem Training und: „Sechs Monate keinen Alkohol und keine Zigaretten.“ Kein Leichtes für die Französin, deren Stimme auch deshalb so einprägsam ist, weil sie klingt, als hätte sie am Vorabend ein bisschen zu lange mit Kumpels in der Kneipe gesessen. Geschafft hat sie es trotzdem.

Große Pläne

Hoch hinaus wollte Isabelle Geffroy, wie Zaz mit richtigem Namen heißt, sowieso schon immer. Vier Jahre alt soll sie gewesen sein, als sie beschloss, später mal eine berühmte Sängerin zu werden. Mit fünf Jahren besuchte sie gemeinsam mit ihren Geschwistern bereits das Konservatorium in ihrer Heimatstadt Tours und lernte dort nicht nur den Chorgesang, sondern auch mehrere Instrumente, darunter Piano und Violine. Nur zwei Jahre später stand sie erstmals vor großem Publikum: Bei einem Rundfunk-Wettbewerb trat sie gegen Teilnehmer jeden Alters an und landete auf dem zweiten Platz. Eine Karriere als Musikerin war der quirligen Französin mit dem kindlichen Blick also sozusagen vorprogrammiert. Bis zum großen Durchbruch sollte es aber noch einige Jahre dauern. 

Nach der Schule zog die quirlige 1,52-m-Frau zuerst nach Bordeaux und schließlich in ihre Traumstadt Paris. Bis heute ist sie der „Stadt der Liebe“ eng verbunden, hat ihr jetzt sogar ein ganzes Album gewidmet. „Ich denke, dass ich den freien, revolutionären Geist mit Paris gemeinsam habe. Ich bin ehrgeizig und auch sehr romantisch – so wie meine Stadt. Und nicht zuletzt liebe ich die Ästhetik und die Schönheit – und natürlich das Essen!“, sagt sie. 

Hautnah beim Publikum

Und wie es sich für eine echte Pariser Künstlerin gehört, stand auch Zaz in ihrer Anfangszeit auf dem Künstlerhügel Montmatre und machte Straßenmusik. Manchmal, sagt sie heute in Interviews, vermisst sie diese Zeit: „Das war eine großartige Zeit!
Ich konnte viel ausprobieren und experimentieren. Auf der Straße ist man ganz auf sich allein gestellt, es gibt keine große Inszenierung, keine Bühne oder Scheinwerfer. Das Theater sind die Passanten und dich herum, von denen du eine Reaktion bekommst.“ Heute ist die Reaktion, die Zaz auf der Straße bekommt, eigentlich immer dieselbe. Die Menschen tuscheln, bitten um Autogramme und wollen Fotos machen. Die zierliche Sängerin versteckt sich deshalb gerne unter Hut und Sonnenbrille. Zaz ist jetzt ein richtiger Star. Für einen halbstündigen Auftritt bekommt sie mitunter Gagen von 40.000 Euro. 

Im Jahr 2010 erschien ihre erste Hit-Single „Je veux“. Das dazugehörige Debütalbum „Zaz“ hielt sich in Frankreich monatelang auf Platz eins der Charts. Und auch außerhalb der Heimat hat die Vollblutmusikerin seither großen Erfolg mit ihrem frechen Mix aus Jazz, Gipsy-Blues, modernem Chanson und konsequent französischen Texten. In Österreich, Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern erreichen ihre Platten regelmäßig
Platinstatus. 

Kein Wunder eigentlich, dass Fans und Kritiker sie mittlerweile gerne mit der Grande Dame des Chansons, Edith Piaf, vergleichen. Für ihre aktuelles Album „Paris“ hat Zaz gar ein Cover von Piafs Klassiker „Sous le ciel de Paris“ aufgenommen. Trotzdem machen die Vergleiche sie nicht immer glücklich: „Es ist sehr schmeichelhaft, keine Frage. Aber die Leute meinen immer, mich irgendwo einordnen zu müssen. Piaf ist Piaf und ich bin ich“, sagt sie. Und sie hat Recht, denn einzigartig ist Zaz auf jeden Fall.