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ENGLISCHE ROSE

 

Very british startete die Schauspielkarriere von Lily James in historischen Filmen.

Nun tauscht sie Mieder gegen Trenchcoat und bricht singend und tanzend in eine glorreiche Zukunft auf.

 

 „Sich immer wieder neu auszurichten, diese Balance immer wieder neu zu finden, fasziniert mich. Man muss sich ständig verändern, um sich selbst treu zu bleiben.“

 

 

In dem Abba-Musical-Film "Mamma Mia: Here We Go Again" stellt Lily James ihr sängerisches Talent unter Beweis. 


Text: Margit Dorner

Fotos: Mamma Mia, Coty

 

Ihr erster Auftritt als Lady Rose in der preisgekrönten britischen Fernsehserie „Downton Abbey“ ist so keck, frisch und unbefangen wie Lily James selbst. Mit dem stürmischen Gemüt einer jungen Frau mischte ihre erste große Rolle nicht nur die Adelsfamilie von der ersten Sekunde an auf, sondern ganz Hollywood wurde hellhörig auf die schöne Britin. Ein Shootingstar wurde geboren, der zuallererst in der in Schubladen denkenden Filmfabrik als Stereotyp gecastet wurde: Blond, nett und bildhübsch musste sie sein. Aber immer, und das unterscheidet sie von anderen, durfte Lily James auch Stärke zeigen. Selbst in der Prinzessinnenrolle schlechthin, als Disney’s „Cinderella“, gelang es der heute 29-Jährigen, eine zeitgemäße Version zu erschaffen, eine Prinzessin, die sich nicht dem Gesellschaftsdruck beugt und nicht auf die Avancen des Prinzen wartet. „Den Prinzen bräuchte es im Grunde gar nicht. Er ist ein wunderbarer Zusatz zu ihrem schon vorhandenen Glück, aber er ist nicht ihr Glück“, sagt sie mit dem Bewusstsein ihrer Verantwortung gegenüber jungen Mädchen und ihren Fans.

Mehr als nur Prinzessin

Ein gutes Vorbild zu sein ist ihr ebenso wichtig wie eine Stimme zu haben. So unterstützt Lily James beispielsweise Kampagnen, die die „Me too“-Problematik und gleiche Bezahlung von Schauspielerinnen behandeln sowie Aufrufe für den guten Zweck. Dafür kommt ihr das Image als „good girl“ gerade recht. Denn man glaubt ihrem immer strahlenden Gesicht gerne, dass es von Herzen kommt und nicht ausgeklügelte PR-Pläne dahinterstecken. Diesem mitreißenden Lächeln hat sie es auch zu verdanken, dass ihre Karriere seit 2010, ihrem Abschlussjahr an der Guildhall School of Music and Drama in London, keine Grenze nach oben mehr kennt. Nach der gelungenen Märchenverfilmung folgten weitere Kostümrollen, die jedoch unterschiedlicher nicht sein könnten: Während sie die pure Reinheit in der TV-Miniserie „Krieg und Frieden“ nach dem Klassiker von Leo Tolstoi verkörperte, durfte sie im Jane-Austen-Mash-up „Stolz und Vorurteil & Zombies“ in Korsett und Reifrock Untote zur Strecke bringen. Als feine junge Dame auf der Suche nach einem standesgemäßen Ehemann, aber immer bereit, ihre Martial-Arts-Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, zeigt sie eine neue Facette ihres Könnens und lernt dabei den Schauspielerkollegen und „The Crown“-Darsteller Matt Smith kennen, mit dem sie seit den Dreharbeiten liiert ist. 

Abgesehen davon ist aus ihrem Privatleben nur wenig bekannt. Lily James zieht es vor, abseits des Rampenlichts einen normalen Alltag zu führen und genießt es, auf der Straße nicht erkannt zu werden: „Ich glaube, niemand rechnet damit, Cinderella mittags Bowling spielen oder im Pub ein Bier trinken zu sehen.“ Sie vermittelt einen bodenständigen Eindruck, erzählt gerne von ihrer Liebe zum Essen, ihrer Familie und, dass sie – typisch britisch – ein Fan der Royals ist.

Multitalent

Wer ganz genau hinsieht, kann in ihren anfänglichen Filmauftritten erste Hinweise entdecken, dass Lily James weit mehr als nur schauspielerisches Talent und asiatischen Kampfsport zu bieten hat. In fast jeder Rolle erwischt man sie, wenn auch manchmal nur für eine kurze Szene, mal tanzend, mal singend oder beides zusammen. „Das Singen und Tanzen fällt mir leichter als das Schauspielen, weil ich es schon als Kind gerne gemacht habe. Irgendwie scheint es so natürlich für mich zu sein. Man vergisst sich selbst“, sagt sie über ihre beiden Leidenschaften. Als ihr dann eine Hauptrolle im zweiten Teil des Erfolgshits „Mamma Mia!“ angeboten wird, zögert sie. Denn sie soll die junge Donna in der Fortsetzung mimen, deren erwachsene Version von niemand Geringerem als der Schauspielgöttin schlechthin, Meryl Streep, dargestellt wurde. Dabei könnte es keine bessere Besetzung geben als Lily James. An jedem Geburtstag, als sie noch klein war, wurde sie von ihren Eltern nach London ins Theater entführt. Jedes Mal war es eine andere Musicalaufführung, „My Fair Lady“, „Cabaret“ und auch „Mamma Mia!“. Die Liebe zum Theater und zu Musicals ist seither ungebrochen. Ein Argument, das letztendlich ausschlaggebend ist, das Angebot trotz des großen Risikos, ihre noch recht junge Karriere im Schatten einer Ikone scheitern zu sehen, anzunehmen. Aber schnell sind alle Zweifel vergessen und sie stellt fest, dass „ein Teil meiner Aufgabe darin besteht, Meryl Streep genau zu beobachten. Das ist der beste Job der Welt.“ Ein Job, den sie mit Bravour meistert und der neue Türen öffnet. Sie ist vielbeschäftigt, als Model, Testimonial für die Mineralwassermarke Vöslauer und als Werbebotschafterin für das Luxuslabel Burberry, für das sie außerdem in einem Kurzfilm über die Geschichte des Traditionshauses mitwirkt und dessen Düfte sie repräsentiert. 

Man merkt, Lily James’ Repertoire wird zunehmend umfangreicher. Sie bedient nur noch selten das Klischee der schönen Blondine, die ihr Happy End bekommt. Dagegen glänzt sie mit komplexeren Figuren wie Winston Churchills Sekretärin in „Die dunkelste Stunde“ oder zuletzt die ehrgeizige Journalistin in „Deine Juliet“. Manch einer behauptet sogar, Lily James habe das Zeug, die nächste Kate Winslet zu werden. Das Kompliment ist auch ihr schon zu Ohren gekommen. Gewohnt zurückhaltend und charmant kommentiert sie ihre vielversprechenden Zukunftsaussichten: „Ich weiß nicht, warum wir uns alle immer vergleichen müssen, aber dann wiederum ist es Kate Winslet. Sie ist einfach fantastisch.“