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Sie ist Schauspielerin, Model und Sängerin – die charmante Französin zeigt in allen Sparten großes Talent und verdankt Harry Potter den internationalen Durchbruch. Mit ihrem reduzierten und unaufgeregten Modestil ist sie Muse der großen Modedesigner und beweist uns, dass Understatement immer die bessere Wahl ist.

 

 

 

 

 

Alle Fotos: Chloé


Die elegante Nonchalance einer Französin, im Besonderen einer Pariserin, zu beschreiben oder sie gar zu entschlüsseln, gilt gemeinhin als eines der unzähligen unlösbaren Rätsel unserer Zeit, sie in Worte zu fassen gleicht schlicht einer Mission Impossible. Sie umgibt eine besondere unbeschwerliche Aura, die nicht erlernbar ist und nachzuahmen nur schwer gelingt. Was bleibt, ist die Betrachtung und Bewunderung der Frauen, die diesen französischen Chic verkörpern, und uns staunen lassen, wie einfach es ist für sie, es einfach aussehen zu lassen. Clémence Poésy ist da keine Ausnahme. Die französische Schauspielerin ist Botschafterin des „Je ne sais quoi“-Clubs und gehört neben Marion Cotillard, Eva Green und Léa Seydoux zu der neuen Generation weiblicher französischer Stars, die Hollywood im Sturm eroberten.  

Sprachen-Chamäleon

Hilfreich dabei war die bilinguale Ausbildung, die die 31-Jährige bereits in jungen Jahren genoss. Früher Englischunterricht und ein Auslandsaufenthalt in Kanada mit 13 Jahren ermöglichten ihr die Entwicklung eines Sprachgefühls, für das sie einige fremdsprachige Schauspielkolleginnen beneiden würden. Heute beherrscht sie die verschiedensten britischen und amerikanischen Dialekte, die ihr den beruflichen Weg ins Ausland ebneten. Nachdem sie in einigen französischen Theater- und Filmproduktionen mitwirkte, spielte sie 2004 Mary Stuart in der gleichnamigen BBC-Miniserie. Danach folgte die Rolle, die sie weltweit bekannt machen sollte: Fleur Delacour, die Austauschschülerin in zwei Teilen der Harry Potter-Reihe, die das berühmte Trio aufmischt. Seitdem ist sie in Paris, London und New York zu Hause. Eine Abwechslung, die sie zu genießen scheint: „Paris ist vielleicht ein bisschen ernster als New York. Was ich aber an New York liebe: Niemand interessiert sich für dich. Man kann tragen, worauf man Lust hat, und so verrückt sein, wie man möchte. Niemand wird einen schief ansehen. Ich fühle mich dort ein wenig freier.“

Kein Fashion-Victim

Dieses Freiheitsgefühl zelebriert Poésy in ihrem Kleidungsstil. Nach eigener Aussage trägt sie am liebsten Jeans, Männeroberteile und als Accessoire zerschlissene Hüte, die eine Geschichte erzählen. Ihre blonden Haare sind immer ein wenig zerzaust, als wäre sie morgens so aus dem Bett gekrochen - total Parisienne eben. In Sachen Stil folgt sie damit einer Frau, die es wissen muss: „Das habe ich von meiner Mutter, sie liebt übergroße Pullover und Hemden. Früher habe ich mich darüber lustig gemacht und jetzt mache ich das gleiche.“ Die Leichtigkeit ihres Undone-Looks, die unbeschwerliche Eleganz, die die Schauspielerin ausstrahlt, blieb auch in der Modewelt nicht lange unentdeckt. Niemand Geringerer als Karl Lagerfeld zählt zu ihren Bewunderern. Sie machte Werbung für Gap und das Jeans-Label G-Star. Die französische Marke Chloé ist so begeistert von Poésy, dass sie sie zum Gesicht für eines ihrer erfolgreichsten Parfums machte: „Love Story“. Jetzt gerade ist die dritte Variante dieses femininen Duftes auf den Markt gekommen, kreiert von zwei Frauen, Anne Flipo und Domitille Bertier. Love Story Eau Sensuelle zeigt eine weitere Facette der Orangenblüte, dem charakteristischen Duft der Chloé Love Story Linie, ist so charismatisch wie Clemence, die meint „Parfums zu tragen ist ein Weg, sich selbst in dieser Welt zu präsentieren. Etwas, das von uns bleibt, wenn wir den Raum verlassen haben oder nachdem wir die Treppen hochgegangen sind.“ 

Untypisches It-Girl

Genauso unabhängig wie sie sich kleidet, wählt die Absolventin des Conservatoire National Supérieur d’Art Dramatique,
der bedeutendsten Schauspielschule der Grande Nation, auch ihre Filmrollen aus. Sie zieht Qualität den mit Klischees behafteten Frauenfiguren vor und setzt dabei auf eine Abwechslung, die nur wenige Kolleginnen vorweisen können. Von der Drogendealerin in „Brügge sehen… und sterben?“an der Seite von Colin Farrell, über eine Aristokratengattin in der Literaturverfilmung „Birdsong“, bis zu der knallharten Polizistin in der zweisprachigen Miniserie „The Tunnel“ versteht Poésy zu überzeugen. 
Der Begriff des It-Girls, der immer wieder im Zusammenhang mit ihrem Namen fällt, wird ihr also absolut nicht gerecht. Im Gegenteil, Publicity ist ihr eher unangenehm. Dass sie zusammen mit dem Sänger Miles Kane einen Song aufgenommen hat, erwähnt sie nur beiläufig, und über ihr Privatleben weiß man nicht viel, außer dass sie vor einem Jahr ihren langjährigen Partner, den französischen Schauspieler Emeric Glayse heiratete. Als echte Französin liegt es in ihrer Natur, ein Stück unnahbar und geheimnisvoll zu bleiben, damit wir uns auch weiterhin fragen, was macht dieses gewisse Etwas aus, das Frauen wie Clemence Poésy so an sich haben?

Text: Margit Dörner