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"ICH BIN, WAS ICH BIN...

 

... diese Botschaft betrifft uns alle, egal wo wir in der Gesellschaft positioniert sind.
Wir alle sollten das Grundrecht haben, auf unsere Individualität zu pochen.“

 

 

„Wir Schauspieler sind Dolmetscher zwischen Autor, Regisseur und Publikum.“

 

Paraderollen, mit denen Andreas Lichtenberger seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen kann: der Don Camillo in „Don Camillo & Peppone“.....

 

der Kerchak in „Disney’s Tarzan“...

 

...und der/die Albin/Zaza in „La Cage aux Folles“. Für die Zaza steht er auch heuer wieder an der Oper Magdeburg auf der Bühne, wo er auch als Tevje in „Anatevka“ brillieren wird.


Text: Doris Springenfels

Fotos: Martin Siebenbrunner

 

Er ist kein Mann, den man übersieht. Was nicht alleine an seiner Größe von 1,90m liegt. Auch nicht an seinem dichten dunklen Haar und seinem intensiven Blick, den er auch auf der Bühne einzusetzen weiß. Der Individualist aus Überzeugung, Andreas Lichtenberger, steht unter Strom, ist am liebsten in Bewegung, die Worte purzeln nur so aus ihm heraus beim Interview. Warum es ihn nach Wien verschlagen hat, wollen wir wissen. Memmingen, wo er herkommt, ist nicht so weit von der Grenze entfernt, da war das Österreichische schon immer irgendwie nah, da wuchs er auf mit der Musik von Ambros und Fendrich, schaute Kottan und fuhr ab auf den Wiener Dialekt. Später, als er bereits seine ersten Engagements hatte, waren es die österreichischen Kollegen, wie z. B. Andi Schlager, zu denen er gleich einen guten Draht hatte. Als dann 2010 „Ich war noch niemals in New York“ besetzt wurde, hatte er seine erste Hauptrolle in Wien als Axel Staudach im Raimundtheater. Und blieb hängen in Wien, das mittlerweile sein Lebensmittelpunkt geworden ist. „Als Schauspieler bist du immer unterwegs, einmal hast du Arbeit in Stuttgart, dann in Hamburg, in Erfurt oder in St. Gallen, da brauchst du irgendwo auch ein Zuhause, wo du dich wohlfühlst und zwischendurch abschalten kannst. Und das ist für mich eben Wien geworden“, so Lichtenberger. Was nicht zuletzt daran liegt, dass seine Frau eine waschechte Wienerin ist. Hier hat er sich einen großen Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut, spielt mit Begeisterung Tennis oder Volleball und kickt beim (vom Kollegen Gregor Seeberg gegründeten) FC Wojtyla. Damit erspart sich die Frage, wie er sich fit für die Bühne hält. Aber wie kam er überhaupt zur Bühne, wo doch in seiner Familie davor keine Theaterleute zu finden waren?


SEHNSUCHT NACH DER VIELFALT

Der Grund seiner Faszination für die Schauspielerei, erzählt er, sei, dass er in seinen Teenagerjahren überlegt hatte, mit welchem Beruf es ihm wohl möglich wäre, 40 Jahre oder mehr zu verbringen. Da blieben nicht viele übrig, die so abwechslungsreich sind, die es einem immer wieder auf's Neue ermöglichen, in andere Charaktere zu schlüpfen. Die Schattenseiten, wie die unsichere Beschäftigungssituation, die Flexibilität, die ein Schauspieler mitbringen muss, wenn er mal hier und mal dort spielt, konnten ihn nicht abschrecken, ist es doch heute bei den meisten Berufen nicht anders. Und so folgte auf das Schauspielstudium in Stuttgart ein Engagement ebendort am Staatstheater. Zum Musical war es dann nur noch ein weiterer Schritt, ein Schritt, den er nie bereut hat. „Es ist eine weitere Facette meines ohnehin schon sehr bunten und spannenden Berufs, zumal ich immer schon gerne gesungen habe.“ So kam er 2003 zum Musical „42nd Street“, auf das herrliche Rollen wie unter anderem der Sam in „Mamma Mia“, der Kerchak in „Disney’s Tarzan“, die Titelrolle im „Mann von La Mancha“ oder der quietschgrüne Shrek folgten.

Zu seinen Paraderollen zählen der/die Albin/Zaza in „La Cage aux Folles“ und der Don Camillo in „Don Camillo & Peppone“. Auf die Frage, ob es schwierig sei, die Rolle zu verkörpern, mit der jeder Fernandel verbindet, meint er, dass man mit Respekt an so eine Rolle herangeht. Er zerlegt den Charakter zuerst und dann setzt er ihn neu zusammen, aber wenn dann ein typischer Fernandel-Grinser dabei ist, dann nicht, um zu kopieren, sondern weil er in dem Moment so empfindet, dass sich der Grinser einfach ins Gesicht schleicht. Apropros Gesicht, wie wichtig ist denn gutes Aussehen für die Bühne? Auf der Bühne schadet es nicht, beim Film in Österreich ist es eher hinderlich, da werden eher skurile Typen gerne gecastet, so Lichtenberger. Benützt er denn Männerkosmetik? Früher nie, seit er verheiratet ist, schaut seine Frau drauf, dass er auch in dieser Hinsicht etwas für sich tut. So finden sich in seinem Badezimmer Biotherm und herbmännliche Düfte wie Chanel Bleu oder Allure Homme Sport, oder Cartiers sinnliches Pasha begleitet ihn. Kommt ganz auf die Situation an. Heute ist es eindeutig Allure Homme Sport, das dezent herüberweht. Kein Wunder, haben wir uns doch nach einem Tennismatch zusammengesetzt, wo er so schnell über den Platz hechtet, wie Kerchak sich von Liane zu Liane schwingt. Tja, das Musical lässt ihn auch hier nicht los und auch nicht der FC Wojtyla, dessen Schriftzug auf seinem lila Trikot auf dem Rücken prangt. Immer unter Strom eben und dabei witzig, natürlich und bodenständig, immer ganz er selbst.