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SUMMER FEELING 

Irgendwie träumen wir immer vom Sommer: in die Sonne blinzeln, am Strand faulenzen,
im Meer schwimmen. Das Leben fühlt sich dann bunter, entspannter und fröhlicher an.
Gut für die Seele, aber leider Stress für die Haare. Das muss aber nicht sein. Mit dem richtigem Know-how können wir den Sommer unbeschwert genießen, ohne uns um die Haare zu sorgen. Noch dazu, wo es so viele lässige Sommerfrisuren gibt.

Summer Hair

In den heißen Sommermonaten denken die meisten nur daran, ihre Haut vor der Sonne zu schützen. Dass aber auch das Haar unter den Einflüssen der Sonne leidet, vergessen leider immer noch viele. Das hat auch einen guten Grund: Während die Haut unter Sonneneinfluss durch steigende Pigmentierung – Hautbräune – eine Schutzschicht bildet, geschieht im Haar genau das Gegenteil: Es verliert Pigmente und erhellt dadurch.

Grundsätzlich besitzt unser Haar einen gewissen Eigenschutz gegen UV-Strahlung durch das Pigment Melanin. Es ist nicht nur für die Haarfarbe verantwortlich, sondern auch ein Radikalfänger. Bei zu häufiger Sonneneinstrahlung baut sich allerdings das Farbpigment ab und verändert die Haarfarbe. Das ungefilterte Eindringen der UV-Strahlen schädigt zudem noch massiv die Eiweißstruktur im Haarinneren, welche für Elastizität und Spannkraft verantwortlich ist. Glanzloses, sprödes und brüchiges Haar ist die Folge. Die
Schäden der UV-Strahlung sind oft erst nach Tagen oder gar Wochen sichtbar. 

Unsere Haare bestehen aus verhornten Zellen, die keinerlei Stoffwechselprozesse vollziehen. Soll heißen: In den Längen kann das Haar sich nicht eigenständig regenerieren. Somit ist Hilfe von außen umso wichtiger. Konkret sind es dabei vor allem Fett und Feuchtigkeit, die den Hornzellen zugeführt werden müssen. 

Trend: Jean-Seberg-Look

Kurzes Haar ist immer ein Statement. Eine Bekenntnis zum puren Look und dazu, viel vom Gesicht zu zeigen. Keine lange Mähne, hinter der man sich verstecken kann. Wilde, punkige Looks lassen sich damit ebenso verwirklichen wie feminine, elegante Frisuren oder mädchenhafte Pixies. Dabei muss kurzes Haar nicht immer gleich aussehen – mit dem richtigen Schnitt sind Kurzhaarfrisuren vielseitig frisierbar. Dabei ist wichtig, dass der Haarschnitt die natürliche Struktur des Haares unterstützt und nicht dagegen ankämpft. „Vor dem Abschneiden unbedingt mit dem Stylisten seines Vertrauens genau besprechen, welcher Haarschnitt zum Typ passt“, so Rudi Meidl, Dessange. Sein Tipp: „Ich empfehle Kundinnen, die sich zum ersten Mal für kurzes Haar entscheiden, lieber noch eine Nacht darüber zu schlafen, bevor sie es am nächsten Tag bereuen. Hat sie sich dann jedoch dafür entschieden, Haare zu lassen, dann probieren wir mit ihr, welche Länge und welcher Style genau zu ihr passt. Besser ist, sich langsam nach oben zu arbeiten, bis man die optimale persönliche Länge gefunden hat.“ Kurze Haare sind gerade im Sommer nicht nur praktisch, das Tolle an ihnen ist auch: passt der Schnitt zum Haar, ist das Styling super einfach. Achtung aber: Im Sommer sollten Kurzhaarige besonders auf ihre Kopfhaut achten, denn diese ist sonnenbrandgefährdet. Deshalb ausreichend UV-Schutz auf Nacken, Haaransätze und das Haupt auftragen. Bei einem „Bad Hair Day“ empfiehlt sich der Wet-Look. Zunächst das Haar ein wenig einölen und kämmen. Anschließend wird das Haar mit einem Gel an den Seiten nach hinten fixiert und der Oberkopf bleibt unbearbeitet oder das Deckhaar wird auf Hochglanz gebracht. Manchmal verlangen Kurzhaar-Frisuren nach Volumen: Dafür die Haare kreuz und quer entgegen der Wuchsrichtung trockenföhnen und dabei nur mit den Fingern auflockern. Erst dann über eine große Rundbürste vom Ansatz zu den Spitzen trockenföhnen. Kurzhaarfrisuren sind chic, praktisch und wahre Verwandlungskünstler. Kein Wunder, dass sie immer eine Hauptrolle bei den Frisurentrends spielen.

 

AB-Tipps für kurzes Haar: 

 

- Bei viel Badespaß im Meer trocknet das Salzwasser im Haar zu kleinen Kristallen und wirkt wie ein Brenneisen. Deshalb tagsüber nach dem Schwimmen das Salz gründlich mit Süßwasser auswaschen. 

 - Bei kühlem Duschwasser freut sich die Mähne, denn das schont das Haar und sorgt für Glanz. 

- Achten Sie auf Ihren Scheitel! Denn die Kopfhaut ist sonnenbrandgefährdet. Spezielle Sonnenschutzprodukte für Haar und Haut sind ein Muss. Mit häufigem Scheitelwechseln und einem chicen Sonnenhut kann man sich auch gut schützen. 

Dessange, Rudi Meidl, 
1010 Wien, Kohlmarkt 1 
4400 Steyr, Enge 25 
Klagenfurt, Heuplatz 2 
www.dessange.at

Trend: Farbe

Nicht nur Stars und Promis wechseln heutzutage häufig die Haarfarbe. Mit nichts anderem ist es einfacher, seinen Typ komplett zu verändern. Weltweit haben 55 Prozent aller Frauen coloriertes Haar. Aktuelle Trendfarbe: Braun, von Haselnuss bis Schokolade. Damit sich die Farbe nicht zu schnell verabschiedet, sind UV-Schutz und spezielle Pflegeserien im Sommer ein Muss. Durch Sonneneinstrahlung baut das Haar das natürliche Farbpigment Melanin ab. Die Haarstruktur wird geschädigt. „Aus diesem Grund wird das Haar im Sommer ohne UV-Schutz auch ein bis zwei Nuancen heller, verliert an Glanz und Geschmeidigkeit und wird meist strohtrocken“, so Karl Josef Plasil, Ossig. Besonders coloriertes Haar ist anfällig für diese Sonnenschäden. Denn gefärbtes Haar besitzt weniger Melanin und ist durch die Färbeprozedur vorgeschädigt und poröser. Wer sehr oft färben muss, sollte daher zu möglichst sanften Colorationen greifen, wie z. B. Inoa von L’Oréal oder zu Naturfarben wie Aveda. Nach dem Urlaub ist gefärbtes Haar deshalb oft ausgeblichen und glanzlos. Obwohl Chemiker aller großen Haarkosmetikfirmen inzwischen Farben entwickelt haben, die diesen Effekt ausschalten sollen, passiert es dennoch. Abhilfe schafft der Profi mit einer Tönung. So wird sanft neue Farbe eingeschleust und die sorgt dafür, dass am Kopf kein ungleiches Farbengemisch entsteht. Nun stellt sich die Frage, ob vor dem Urlaub gefärbt werden soll. „Das ist leider nicht immer gleich. Am besten Sie fragen Ihren Friseur, ob Sie Ihre Farbe vor dem Urlaub noch erneuern sollen. Ein guter Friseur weiß, was möglich und sinnvoll ist“, rät Plasil. 

 

AB-Tipps für Gefärbtes Haar: 

- Gefärbtes Haar braucht Spezialpflege. Als Faustregel gilt, dass es dreimal so intensiv wie normales, unbehandeltes Haar verwöhnt werden muss. Nur dann bleibt die Farbe lange leuchtend, intensiv und ist vor UV-Strahlen geschützt. Die Produkte sollten gut dosierte Pflegesubstanzen enthalten – das macht die Farbe strahlender. 

Auch spezielle Farbpflegen, die den Ton etwas intensivieren, können für mehr Glanz sorgen.

- UV Sprays: Absolutes Must-have im Urlaub: ein Haarspray mit UV-Schutz. Denn dieser hilft nicht nur, einen Sonnenbrand auf der Kopfhaut zu vermeiden, sondern schützt das Haar auch vor dem schädlichen Ausbleichen. Vor allem für rotes Haar zu empfehlen, denn Rotpigmente sind hierfür besonders anfällig. 

- Hüte dich: Ein Sommerhut schützt nicht nur vor Sonnenbrand und Sonnenstich, sondern auch das Haar vor zu starker UV-Strahlung. Glücklicherweise sind Haartücher und Strohhüte diesen Sommer Trend-Accessoires.

La Biosthetique
Flagshipstore Wien –
Ossig Hairstyle &
Beauty, Martina Plasil-Ossig & Karl Josef Plasil, 
1010 Wien, Stephansplatz 4 
www.ossig.at

 

Problem: Strapaziertes Haar

Egal ob glatt, lockig, kurz oder lang, plötzlich passiert’s: Das Haar glänzt nicht mehr, die Spitzen sind gespalten. Keine Panik – diese Probleme bekommt man schnell in den Griff. 

In den seltensten Fällen ist eine Fehlfunktion der Talgdrüsen hierfür verantwortlich. Fast immer gibt es einen handfesten Grund, wenn Haare plötzlich trocken, spröde und strohig werden: zu viel Sonne, keine oder schlechte Pflege, Stress, falsche oder zu viele chemische Behandlungen und einiges mehr. Je länger das Haar, desto empfindlicher werden die Spitzen. Schließlich wurden sie unzählige Male gewaschen, haben Sonnen- und Meerbäder und jede Menge heiße Angriffe mit Föhn und Glätteisen hinter sich. Ein Spalten der
porösen Enden ist vorprogrammiert. Die schnellste und gründlichste Lösung: Die Spitzen schneiden. „Feine Partien werden abgeteilt und abgeschnitten. Schon ein halber Zentimeter kann kleinste, unsichtbare Risse entfernen“, sagt Friseurmeister Markus Güpner von
SevenP. Sobald die geschädigten Spitzen verschwunden sind, ist auch das Problem weg. Damit die Haare lang wachsen und dabei gesund bleiben, sollte man sie weitgehend in Ruhe lassen: auf Glätteisen, Lockenstab und Föhn verzichten und nicht zu viel kämmen. Tipp: Benützen Sie nur hochwertige Bürsten. Strapaziertes Haar ist oftmals rau oder gespalten. Gerade in diesem Fall können schlecht verarbeitete Bürsten und Kämme zusätzliche Schäden anrichten: das Haar ausreißen oder die Kopfhaut verletzen. Was Sie übrigens getrost vergessen können, ist Omas Weisheit von den 100 Bürstenstrichen pro Tag. Sie stimmt nicht. Weniger ist manchmal doch mehr. 

 

AB-Tipps für Strapaziertes Haar: 

- Pflegekuren gehören auf den Kopf und nicht in den Schrank. Der Profitipp, um alle Wirkstoffe zu entfalten: Während dem Einwirken der Maske das Haar in Folie einwickeln. Durch die Wärme können manche Pflegestoffe sich noch besser entfalten. Toll: eine Kerathermie-
Behandlung im Salon, wie sie z. B. SevenP anbietet.

Geben Sie nach jedem Waschen eine Pflegelotion ins feuchte Haar, welche nicht ausgespült werden muss. Sie erleichtert nicht nur das Durchkämmen, sondern verhindert auch, dass man einzelne Haare verletzt oder überdehnt. Häufig sind diese kleinen Risse von außen gar nicht sichtbar.

- Salz- und Chlorwasser: Vor dem Sprung ins Nass erst einmal einen Stopp unter der Dusche einlegen. Denn sind die Haare mit Leitungswasser vollgesogen, können sie kaum noch schädliches Chlor- und Salzwasser aufnehmen.

 

Seven P, Markus Güpner,
Wipplingerstraße 24–26, 1010 Wien
www.sevenp.com

 

 

Trend: Waves

Sanft gewellt, groß und federnd oder klein und geringelt: Keine Locke gleicht der anderen. Und meist hat man gerade die Locke, die man nicht will. Zu schwach, zu stark, zu widerspenstig, zu krisselig. Besitzerinnen von naturgewelltem Haar wissen ein Lied davon zu singen und beneiden meist die Freundinnen, die nach dem Schwimmen und Tauchen sich einmal kurz schütteln und dann mit luftgetrocknetem Haar so wie immer aussehen. Kismet. Statt sich über die Locken zu ärgern ist es besser, sich mit ihnen zu arrangieren. Aus diesem Grund ist der Schnitt besonders wichtig. „Der natürliche Fall der Locken muss Teil der Frisur sein“, so Magdalena Bari, Thoma & Bari. Naturgewelltes Haar lässt sich im trockenen Zustand oftmals besser schneiden. Nicht zu empfehlen ist ein Pony-Haarschnitt. Denn bei zu starker Krause müsste der Pony täglich glattgeföhnt werden. Locken sind rebellisch, eigenwillig und neigen zu Trockenheit. Darum sollten Lockenköpfe ganzjährig intensive Pflegen verwenden. Durch feuchtigkeitsspendende Produkte können sich die Haare leichter kringeln und sehen so nicht verwuschelt aus. Aber Achtung: Zu reichhaltige und zu viele Pflegeprodukte können das Haar beschweren und die Locken aushängen. Hochwertige Produkte haben diesen Effekt nicht. Super wirken auch glättende Produkte, wie z. B. das Shusu Sleek von Shu Uemura, die nicht superflach machen, sondern dafür sorgen, dass die Locken definiert sind. 

 

AB-Tipps für Lockiges Haar: 

- Föhnschaum und Öl ins nasse Haar einarbeiten. Den Kopf in etwa fünf gleich große Sektionen teilen und diese Haarpartien twisten, bis sie sich einkordeln. Mit Nadeln fixieren, föhnen oder an der Luft trocknen lassen. Zuletzt öffnen und mit Spray fixieren. Generell fallen Locken natürlicher, wenn die Partien in unterschiedliche Richtungen aufgedreht werden. Dazu hufeisenförmig vom Hinterkopf nach vorn einzelne Strähnen abteilen und mit dem Lockenstab stylen, dann mit den Fingern auseinanderzupfen. 

- In praller Sonne sollte auf Metallspangen und -klammern verzichtet werden. Sie erhitzen leicht und können die Haarstruktur schädigen.

- Zum Styling im Sommer am besten auf Stylingprodukte mit Alkoholgehalt verzichten. Denn dieser kann zu einem beschleunigten Ausbleichen der Haare führen. Beim Kauf also auf die Inhaltsstoffe achten. 

- Vor dem Sonnenbaden ein paar Tropfen Haaröl oder Pflegelotion ins Haar einmassieren und es zu einem lockeren Zopf flechten. So ist es an Strand und Pool optimal geschützt.

 

THOMA & BARI, Sonja Thoma und Magdalena Bari, 
1010 Wien, Schulerstraße 1–3/3. Stock 
www.thomabari.com

 

Trend: Blond

Mit einem Mythos können wir gleich aufräumen: Der Style-Faktor von Sommerblond steigt nicht proportional zu der Menge des enthaltenen Wasserstoffperoxids in der Blondierung. Heißt im Klartext: Statt Barbie-Blond sind jetzt möglichst natürliche und bloß nicht zu grelle Nuancen modern. Denken Sie an softe Vanilletöne, Honigfarben und nicht an eintöniges weißblondes Haar, das wie eine Perücke aussieht. Ganz wichtig bei natürlichem Blond: ein sanfter Farbverlauf mit leicht helleren Längen und Spitzen. 

„Es soll aussehen, als wäre das Haar von der Sonne natürlich ausgebleicht worden,“ so Sonja Thoma von Thoma & Bari aus Wien. In der Praxis werden mithilfe von „Painting-Techniken“ einzelne Strähnen mit dem Pinsel ins Haar gezeichnet. „Der Hautton bestimmt, welche Blondnuancen am besten passen.“ Je dunkler der Teint ist, umso dunkler sollte auch das Blond ausfallen, denn sonst sieht der Farbverlauf unnatürlich aus. Aufgehelltes oder blond gesträhntes Haar wirkt nicht nur optisch voller, sondern ist es auch. Durch den Prozess des Blondierens bekommt das Haar mehr Griffigkeit. Daher ist es auch ideal für feines Haar. Toller Zusatzeffekt: Blondiertes Haar fettet langsamer. Wer dunkelhaarig gefärbt ist und blond werden will, sollte einen langsamen Weg einschlagen. In mehreren Sitzungen beim Friseur kann so Step by Step der gewünschte Blondton erreicht werden. Besonders schön und natürlich wird die Coloration, wenn die Haarspitzen etwas heller sind als die Ansätze, die Kontur heller als der Hinterkopf, das Deckhaar heller als die unteren Haarschichten und alles belebt durch zarte Strähnen.  

 

AB-Tipps für Blondes Haar: 

- Durch das Baden in Chlor- und Salzwasser kann blondes Haar sich grünstichig verfärben. Abhilfe findet man in der Urlaubsapotheke: Aspirin. Zwei Tabletten davon in Wasser auflösen und das Haar damit mehrmals übergießen.

- Das Haar nicht immer an der gleichen Stelle mit dem Haargummi zusammenbinden, denn das strapaziert zusätzlich. Haare offen tragen, Zöpfe flechten oder einen Dutt tragen. Die Vielfalt schont das Haar!

- Beim Stylen ist der Einsatz von beißender Hitze, trockener Luft und scharfen Borsten meist unerlässlich, aber deshalb nicht weniger strapaziös. Versuchen Sie Ihr Haar, so oft es geht, ungestylt zu belassen. Lassen Sie das Haar an der Luft vortrocknen und verwenden Sie nur für das Styling den Föhn. 

- Verwenden Sie Spezialprodukte für blondes Haar, wie z. B.
Alchemic Gold Conditioner von Davines. So bleibt die Farbe schön satt und die Struktur griffig. 

- Nach dem Lufttrocknen immer einen Hauch Glanzspray!


Fotocredits:
La Biosthetique, Nicolas Valois für Dessange, Kèrastase Paris, Dove, Andrea Peller für Thoma&Bari,
Matthew Brookes für Loreal Professional
Text: Lisa Sophie Stejskal