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Breakfast at Tiffany's

Tiffany, Cartier, Van Cleef & Arpels, Bvlgari, Boucheron –
diese Namen stellen den Inbegriff weiblicher Sehnsüchte dar. Dass sie
nicht nur mit edlen Metallen und Steinen, sondern auch mit nicht minder kostbaren Duftessenzen begeistern können, beweisen zahlreiche
Traditionshäuser diesen Herbst mit ihren neuen Parfumkreationen.

 

Die morgendlich menschenleere Fifth Avenue, Henry Mancini’s „Moon River“. Ein einsames gelbes Taxi nähert sich und hält an der 57. Straße. Audrey Hepburn alias Holly Golightly steigt aus – und nichts ist mehr, wie es eine Sekunde zuvor noch war. Holly avanciert sofort zur neuen Traumfrau des Hollywoodkinos. Eine, die plötzlich ein ganz anderes Frauenbild verkörpert – mädchenhaft, modern, selbstbestimmt, dabei verletzlich und nicht zuletzt raffiniert. Sie trägt ein schwarzes Cocktailkleid von Givenchy, eine leicht ramponierte Hochsteckfrisur, die den tiefen Rückenausschnitt zur Geltung bringt, und mustert die Auslagen des Nobeljuweliers Tiffany. Lange schwarze Handschuhe, eine Sonnenbrille, Perlenohrringe und ein Collier – das so üppig ist, dass es angesichts ihrer finanziellen Verhältnisse nur falsch sein kann – komplettieren ihr Outfit. Kameraschwenk: Wir sehen ihr Gesicht durch die Scheibe. Audrey’s träumerischer Blick aus riesengroßen Rehaugen kommt uns entgegen, Schönheit und Reichtum begegnen sich im Verlangen einer jungen Frau. 

Mehr als 50 Jahre ist es her, dass der Kultstreifen 1961 in die US-Kinos kam und Holly Golightly erstmals aufgebrezelt-verkatert über die Fifth Avenue tapste. „Frühstück bei Tiffany“ machte Audrey Hepburn zur Stil-Ikone und Tiffany zum Juwelierhaus der Sehnsüchte. Wer kennt sie nicht, die türkis-grünen Schächtelchen, in denen kostbare, zarte Preziosen schlummern? Die Marke Tiffany hat Kultstatus. Im Laufe seiner 180-jährigen Geschichte hat Tiffany immer wieder neue Maßstäbe gesetzt. Dass edles Geschmeide und ein wohlriechender Duft die sinnlichen i-Tüpfelchen für einen glamourösen Auftritt sind, hat man hier schon lange begriffen. Ebenfalls wurden gemäß der Tradition des Hause immer Top-Parfumeure verpflichtet. So schuf François Demachy 1987 Tiffany, Jacques Polge 1989 Tiffany for men, 1999 Sheer Tiffany und 2003 Pure Tiffany. 

2017 ist es Daniela Andrier, die ein neues Kapitel von Tiffany aufschlägt: Tiffany & Co. schließt an die Tradition des Hauses an – kühn, provokativ, mit vollkommen unerwarteten Twists, hochmodern, auf das Wesentliche reduziert. Holly Golightly’s Nachfolgerinnen entsprechen diesem Frauenbild, das wieder für den Zeitgeist steht. Die Gesichter der Werbekampagne sind die Models Vittoria Ceretti, Julia Nobis, Achok Majak und Georgina Grenville, fotografiert von keinem Geringeren als Steven Meisel. Tiffany ist jedoch nicht das einzige Traditionsjuwelierhaus, das eine Liason mit der Welt der Düfte eingegangen ist. Kein Wunder, ein Parfum einer Prestigemarke ist bald einmal leistbar, ein hochpreisiges Schmuckstück jedoch nicht so einfach. 

Französische Haute Joaillerie trifft auf Hohe Parfumkunst

Cartier gehört seit vielen Jahren zu jenen Schmuckhäusern, die sehr erfolgreich am Duftsektor tätig sind. Jean-Claude Ellena schuf Klassiker wie Déclaration (1989), Alberto Morillas Le Baiser du Dragon (2003). Seit 2005 zeichnet Mathilde Laurent verantwortlich für alle Düfte des französischen Traditionshauses. Cartier ist eines der wenigen Juwelier/Dufthäuser, das eine hauseigene Parfumeurin beschäftigt. Die unvergleichbare Signatur der Düfte Laurents steht seither im Einklang mit dem Geist der Maison Cartier. Mit jeder ihrer Kreationen – von Les Heures de Parfum (2017) bis L’Envol de Cartier (2016), von La Panthère (2014) bis Baiser Volé (2011) – stellt Mathilde Laurent eine olfaktorische Verbindung zum Haus her. Diese Beziehung ist elegant und anspruchsvoll und ein Sinnbild für Cartier’s Haute Parfumerie. Mit ihrem freien Geist verbindet Laurent Parfum und Schmuck auf eine inspirierende und unkonventionelle Art und Weise. Ihre einfühlsamen Kombinationen von Inhaltsstoffen sind wie unsichtbare Fassungen, die Düfte mit Schmuckstücken vergleichen. 

Das unvergleichliche Gespür für die Verwendung innovativer und modernster Materialien, kombiniert mit der meisterlichen Expertise des Hauses, prägten die gesamte französische Juwelierkunst. Ein Name, der dabei immer wieder fällt, ist Boucheron. Seit seiner Gründung im Jahr 1858 etablierte sich Boucheron weltweit als innovatives, visionäres Juwelierhaus. Boucheron war das erste Juwelierhaus, das 1893 eine Boutique an der Place Vendôme in Paris eröffnete. Seitdem gelang es Boucheron, sich immer wieder neu zu erfinden und mit einzigartiger Krea-tivität zu begeistern. Das geniale Zusammenspiel aus Intuition, Trendgespür und der handwerklichen Exzellenz seiner Meisterjuweliere macht das Haus Boucheron seit nunmehr 160 Jahren zu einem der traditionsreichsten und dennoch modernsten Pariser Juwelierhäuser. Unter den Meister-Entwürfen des Hauses nimmt der Quatre-Ring einen absoluten Sonderstatus ein und zählt weltweit zu den begehrtesten Kultobjekten von Boucherons Juwelierkunst. Nicht weiter verwunderlich, dass Quatre 2014 auch das erste Parfum des Hauses wurde. 2017 kommt mit Quatre Absolu de Nuit Pour Femme und Pour Homme ein Duftpaar auf den Markt, das optisch an ein kostbares Schmuckstück erinnert und olfaktorisch die Nase mit Gourmandnoten verführt. Ein duftendes Highlight stellt auch die Fragrance Collection dar, die es in Österreich u.a. bei Parfümerie Petri, Kaster & Öhler und Nägele und Strubell (Linz) zu erstehen gibt. Iris de Syracuse, Néroli d’Ispahan, Tubéreuse de Madras, Vanille de Zanzibar, Oud de Carthage, Ambre d’Alexandrine – komponiert unter anderem von Dominique Ropion oder Natalie Lorson – laden zu einer Duftreise in den nahen Orient ein – opulent und unvergesslich. 

Für Parfum-Connaisseure mit einem Faible für kostbare Ingredienzien und exquisite Sinneseindrücke rief das Haus Van Cleef & Arpels bereits 2009 die Collection Extraordinaire ins Leben. Diese Kollektion bildet eine Art Duftband zwischen allen, die ein Faible für außergewöhnliche Essenzen haben und den Parfumeur-Meistern, die diese exquisiten Duftstoffe inszenieren. Bois Doré, das neueste Opus der Collection Extraordinaire, stellt die Tonkabohne in den Mittelpunkt. Doch ist die Komposition von Parfumeur Fabrice Pellegrin keinesfalls nur von dieser einen Nuance geprägt; sie verschmilzt vielmehr mit edlen Holzakkorden, sodass sich dieses „schwarze Goldnugget“ in ein facettenreiches, strahlend-schimmerndes Duftjuwel verwandelt.

Italienische GIOIA begeistert bei Schmuck und Duft

Wenn man von Juwelierdüften spricht, dann darf ein Haus nicht fehlen: Bvlgari. Seit den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begeistern die Kreationen des italienischen Luxuslabels. Markenzeichen des Hauses war und ist immer die enge Verbindung zur Kunst. Jede Duftkreation des Hauses ist inspiriert vom reichen Erfahrungsschatz der außergewöhnlichen Juwelierkunst. Sophia Grojsman und Nathalie Lorson setzten das erste Zeichen hierfür 1994 mit Bvlgari pour Femme, einer sanften Komposition, die immer noch viele Anhänger hat. 1992 brachte Jean-Claude Ellena mit Thé Vert erstmals die zarte Aromatik von Tee ins Duftspiel. Neuester Duft des Hauses ist Goldea The Roman Night, ein Duft, dessen Flakon bereits auf die Verbindung zur Schmuckkunst hinweist und dessen Duft von Alberto Morillas komponiert wurde, dem es gelang, nachtblühenden Jasmin und schwarzen Moschus zu einer betörenden
Komposition zu vereinen.